Backorder vs. Nicht lieferbar: Produktengpässe richtig managen Skip to main content
Backorder vs Nicht lieferbar

In der Welt des eCommerce gibt es für Kunden kaum etwas Frustrierenderes, als das gewünschte Produkt zu finden, in den Warenkorb zu legen und dann festzustellen, dass es nicht verfügbar ist. Für Unternehmen bedeutet eine solche Situation potenzielle Umsatzverluste, sinkende Kundenloyalität und einen Schaden für den Ruf.

Aber was tun, wenn ein Produkt vorübergehend nicht vorrätig ist? Wie können Sie vermeiden, Kunden zu verlieren? In solchen Fällen haben Verkäufer die Möglichkeit, den Kunden eine Vorbestellung anzubieten. Dabei ist jedoch wichtig zu verstehen, dass dieser Ansatz nur funktioniert, wenn das Produkt vorübergehend nicht verfügbar ist und die Nachlieferung in naher Zukunft geplant ist.

In diesem Artikel vergleichen wir Vorbestellungen mit dem Status „Nicht vorrätig“, erklären, in welchen Situationen welcher Ansatz sinnvoll ist und wie sich beide auf Geschäftskennzahlen und Kundenerwartungen auswirken. Außerdem werden wir praktische Strategien vorstellen, die helfen, Verluste zu minimieren und temporäre Produktengpässe effektiv zu managen.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Artikel:

  • Definition Vorbestellung: Eine bestätigte Bestellung für ein Produkt, das vorübergehend nicht auf Lager ist, aber ein verifiziertes Nachlieferdatum hat und weiterhin bestellbar ist. Dieser Ansatz hilft, den Verkauf zu sichern und die Nachfrage zu erfassen – vorausgesetzt, die Wartezeit ist für den Kunden akzeptabel.
  • Wirksamkeit von Vorbestellungen: Sie funktionieren nur mit transparenten Zeitplänen und kontrollierten Lieferketten. Ohne klare Kommunikation und disziplinierte Prozesse führen sie zu Stornierungen, erhöhter Belastung des Kundensupports und Reputationsschäden.
  • Definition „Nicht vorrätig“: Ein Produktstatus, der anzeigt, dass der Verkauf vorübergehend nicht möglich ist, da der Bestand fehlt und Nachliefertermine ungewiss oder nicht bestätigt sind. Dies reduziert das operationelle Risiko, führt jedoch häufig zum Verlust von Kunden.
  • Hauptursachen für Produktengpässe: Störungen in der Lieferkette, plötzliche Nachfragespitzen, Fehler bei der Prognose und schwaches Bestandsmanagement.
  • Nachfrageprognose: Ein zentraler Bestandteil des Bestandsmanagements. Je genauer die Prognose, desto geringer das Risiko von Engpässen und der Notwendigkeit, in Krisensituationen auf Vorbestellungen zurückzugreifen.
  • Management von Vorbestellungen: Erfordert aktive Steuerung: klare Statusanzeigen auf der Website, regelmäßige Kundenbenachrichtigungen, strikte Kontrolle der Fristen und die Bereitschaft, Verzögerungen ehrlich zu kommunizieren.
  • Best-Case-Szenario für Unternehmen: Vorbestellungen sollten die Ausnahme, nicht die Regel sein. Das Hauptziel ist nicht, „auf Halde“ zu verkaufen, sondern ein System aufzubauen, in dem Engpässe minimal, vorhersehbar und kontrolliert sind.


1. Was bedeutet „Vorbestellung“?

Eine Vorbestellung liegt vor, wenn ein Produkt vorübergehend nicht auf Lager ist, der Kunde es jedoch trotzdem bestellen und in naher Zukunft erhalten kann. Einfach ausgedrückt: Das Produkt ist bereits verkauft, obwohl es noch nicht physisch im Lager verfügbar ist.

In der Praxis bedeutet eine Vorbestellung vor allem kontrolliertes Warten. Der Verkäufer weiß im Voraus, dass das Produkt nachgeliefert wird, und kann einen voraussichtlichen Versandzeitraum angeben, während der Kunde im Gegenzug einer längeren Lieferzeit zustimmt.

Wie eine Vorbestellung funktioniert:

  • Das Produkt wird auf der Website als bestellbar angezeigt, jedoch mit dem Hinweis „Vorbestellung“ oder „Bald verfügbar“.
  • Der Kunde gibt die Bestellung auf und bezahlt sie.
  • Die Bestellung wird im Lagerverwaltungssystem als Vorbestellung erfasst.
  • Sobald das Produkt im Lager eingetroffen ist, wird es automatisch für die bestehenden Bestellungen reserviert und an den Kunden versendet.

💡 Beispiel einer Vorbestellung:

Ein Onlineshop für Haushaltsgeräte bietet ein neues Modell eines Küchen-Küchenmixers an. Aufgrund hoher Nachfrage ist die aktuelle Charge komplett ausverkauft, aber der Lieferant hat eine neue Lieferung in 10 Tagen bestätigt.

Auf der Produktseite steht:
„Vorübergehend nicht auf Lager. Vorbestellung möglich. Voraussichtlicher Versand: 10–14 Tage.“

Der Kunde gibt die Bestellung auf und weiß, dass die Lieferung später erfolgt. Die Bestellung wird im System erfasst, und sobald das Produkt im Lager eingetroffen ist, wird es reserviert und prioritär an den Kunden versendet.


2. Was bedeutet „Nicht vorrätig“?

Im Gegensatz zur Vorbestellung bezeichnet der Status „Nicht vorrätig“ eine Situation, in der das Produkt nicht verfügbar ist und der Kunde keine Bestellung aufgeben kann, bis der Lagerbestand wieder aufgefüllt ist. Mit anderen Worten: Der Verkauf ist für unbestimmte Zeit vollständig gestoppt; es ist unbekannt, wann – oder überhaupt, ob – das Produkt wieder verfügbar sein wird. Viele Online-Shops bieten die Funktion „Benachrichtigen, wenn verfügbar“ an, doch dies garantiert nicht, dass der Artikel für den Kunden reserviert wird.

Aus Kundensicht ist es einfach: Die „Kaufen“-Schaltfläche auf der Website ist deaktiviert, und der Shop bietet die Möglichkeit, sich für eine Benachrichtigung bei wieder verfügbarer Ware anzumelden oder ein alternatives Produkt auszuwählen. Für das Unternehmen bedeutet dieser Status meist verlorene potenzielle Umsätze und ein erhöhtes Risiko, dass Kunden zur Konkurrenz wechseln.

💡 Beispiel einer „Nicht vorrätig“-Bestellung:

Ein Online-Shop für Kleidung verkauft eine saisonale Jacke. Die aktuelle Charge ist komplett ausverkauft, und eine Nachproduktion oder Neubestellung ist nicht geplant.

Auf der Produktseite steht:
„Nicht vorrätig. Benachrichtigen, wenn verfügbar.“

Die „Kaufen“-Schaltfläche ist deaktiviert. Der Kunde kann die Bestellung nicht aufgeben und sucht möglicherweise nach einem ähnlichen Artikel bei einem anderen Anbieter.


3. Unterschied zwischen Vorbestellung und „Nicht vorrätig“

Auf den ersten Blick scheinen eine Vorbestellung und eine „Nicht vorrätig“-Situation dasselbe zu beschreiben – das Produkt ist physisch nicht verfügbar. Aus der Sicht von Unternehmen und Kunden handelt es sich jedoch um grundsätzlich unterschiedliche Status.

Für den Kunden ist der Unterschied sofort spürbar:

  • Bei einer Vorbestellung kann der Kunde die Bestellung aufgeben und den Kauf sichern, auch wenn das Produkt aktuell nicht auf Lager ist.
  • Beim Status „Nicht vorrätig“ ist eine Bestellung erst möglich, wenn das Produkt tatsächlich nachgeliefert wurde. Der Kunde kann nur warten oder eine Alternative suchen.

Im Kern steht die erste Option für kontrolliertes Warten, während die zweite Unsicherheit bedeutet.

Aus Unternehmenssicht sind die Unterschiede noch deutlicher:

  • Eine Vorbestellung ermöglicht es dem Unternehmen, den Verkauf zu sichern und die Bestände auf Basis tatsächlicher Bestellungen zu planen.
  • Eine „Nicht vorrätig“-Situation stoppt den Verkauf dieses Artikels und erhöht das Risiko, Kunden zu verlieren.

Darüber hinaus liefert die Nutzung von Vorbestellungen wertvolle Einblicke in die tatsächliche Nachfrage, was die Beschaffungs- und Bestandsplanung erleichtert.

Vorbestellung vs. „Nicht vorrätig“: Vergleich aus Sicht von Unternehmen und Kunden

VorbestellungNicht Vorrätig-Status
Der Verkauf erfolgt sofortDer Verkauf ist vorübergehend nicht möglich
Der Kunde versteht und akzeptiert die WartezeitDer Kunde muss nach einer Alternative suchen
Der Umsatz ist im Voraus gesichertDer Umsatz wird verzögert oder geht verloren
Das Unternehmen kann Beschaffung und Versand anhand bereits getätigter Bestellungen planenWird genutzt, wenn Nachliefertermine unbekannt oder unzuverlässig sind
Das Interesse des Kunden am spezifischen Produkt bleibt erhaltenHöheres Risiko, dass der Kunde zur Konkurrenz wechselt

💡 FAZIT:

Eine Vorbestellung ermöglicht es, den Verkauf fortzusetzen und die Nachfrage zu erfassen, wenn die Nachlieferzeiten klar sind, während der Status „Nicht vorrätig“ den Verkauf vollständig stoppt, aber operative und reputationsbezogene Risiken reduziert. Die Wahl zwischen diesen Ansätzen sollte von der Vorhersehbarkeit der Lieferungen und den Erwartungen der Kunden abhängen.


4. Gründe für verzögerte Bestellungen

Hinter jeder Situation, in der ein Produkt nicht verfügbar ist, steckt ein konkreter Grund – oder eine Kombination mehrerer Ursachen. Das Verständnis dieser Auslöser ist der erste Schritt, um ein robustes Bestandsmanagement-System aufzubauen. Im Folgenden betrachten wir die Hauptfaktoren, die dazu führen können, dass Ihre Lagerregale leer bleiben.

4.1 Störungen in der Lieferkette

Selbst bei sorgfältiger Planung können Engpässe durch äußere Faktoren entstehen:

  • Verzögerungen in der Produktion beim Lieferanten
  • Transportprobleme (Mangel an Transportmitteln, Überlastung von Häfen, Ausfall von Flügen oder Lieferungen)
  • Zollkontrollen und Verzögerungen bei der Abfertigung internationaler Sendungen
  • Änderungen in internationalen Handelsvorschriften und Zöllen
  • Höhere Gewalt (Naturkatastrophen, Streiks, geopolitische Risiken)

Empfohlene Lektüre ➡ Hauptprobleme in der Lieferkette

Die COVID-19-Pandemie ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie verwundbar moderne Lieferketten sein können.

4.2 Unerwartete Nachfragespitzen

Lagerbestände werden in der Regel auf das typische Verkaufsniveau eines Shops abgestimmt. Wenn an einem einzigen Tag die Bestellmenge einer Woche oder eines Monats eingeht, kann der Bestand schnell erschöpft sein. Solche Nachfragespitzen können verursacht werden durch saisonale Schwankungen, Verkaufsaktionen, erfolgreiche Marketingkampagnen, virale Trends in sozialen Medien oder Veränderungen im Konsumverhalten. Dringende Nachbestellungen beim Lieferanten lösen das Problem nicht sofort – es braucht Zeit, die zusätzliche Charge zu produzieren, zu liefern und im Lager einzustellen.

4.3 Ineffizientes Bestandsmanagement

Ineffizientes Bestandsmanagement ist oft eine Hauptursache für Produktengpässe und damit für verzögerte Bestellungen. Solche Situationen entstehen in der Regel durch eine Kombination mehrerer Faktoren, darunter:

  • Fehler bei der Beschaffungsplanung und ungenaue Prognosen der zukünftigen Nachfrage
  • Fehlender oder unzureichender Sicherheitsbestand
  • Verspätete Auffüllung des Lagers aufgrund manueller Prozesse oder schlecht konfigurierte Nachbestellsysteme
  • Fehlende aktuelle Informationen über tatsächliche Lagerbestände und Bewegungen in Echtzeit

Infolgedessen verliert das Unternehmen die Kontrolle über seine Bestände, was das Risiko von Engpässen, Vorbestellungen und einer verschlechterten Kundenerfahrung erhöht.

4.4 Lange Lieferzeiten der Lieferanten

Bei Produkten mit langen Produktionszyklen sind Verzögerungen häufig ein systemisches Problem. Bereits kleine Änderungen in Produktionsplänen, der Versorgung mit Rohstoffen oder den Prioritäten der Fabrik können die Liefer- und Erfüllungszeiten deutlich verschieben.

Solche Situationen erfordern präzisere Prognosen, einen höheren Sicherheitsbestand sowie eine kontinuierliche Überwachung der Lieferzeiten der Lieferanten. Ohne diese Maßnahmen steigt das Risiko von Verzögerungen und nicht erfüllten Bestellungen erheblich.

4.5 Menschlicher Faktor

Fehler von Mitarbeitenden können in jeder Phase auftreten – von der Beschaffungsplanung bis hin zur Lagerabwicklung und dem Versand. In der Praxis äußert sich das unter anderem durch:

  • Falsche Dateneingaben im Warenbestandssystem;
  • Fehler bei der Reservierung von Produkten für Bestellungen;
  • Verzögerungen bei der Auslösung von Nachbestellungen;
  • Ungenauigkeiten bei Wareneingang, Kommissionierung oder Inventur.

Schon ein einzelner Fehler kann dazu führen, dass ein Produkt im System als verfügbar angezeigt wird, obwohl es tatsächlich nicht auf Lager ist. In der Folge werden Bestellungen angenommen, die nicht fristgerecht erfüllt werden können.

💡 FAZIT:

Auftragsverzögerungen entstehen selten durch eine einzelne Ursache. In der Regel sind sie das Ergebnis einer Kombination aus Störungen in der Lieferkette, Prognosefehlern, ineffizientem Bestandsmanagement und menschlichen Fehlern. Das Verständnis dieser Ursachen ermöglicht es Unternehmen, Risiken frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen zu ergreifen, anstatt erst auf Engpässe zu reagieren, wenn sie bereits eingetreten sind.


5. Wie wirken sich Vorbestellungen auf Kunden und Unternehmen aus?

Eine Vorbestellungen stellt einen Kompromiss zwischen der Sicherung von Verkäufen und der Akzeptanz längerer Wartezeiten durch den Kunden dar. Er kann ein wirksames Instrument zur Bewältigung von Warenengpässen sein, wirkt sich bei falscher Handhabung jedoch negativ sowohl auf das Kundenerlebnis als auch auf die Unternehmensleistung aus. Betrachten wir die Auswirkungen aus beiden Perspektiven.

Vorteile von Vorbestellungen:

Für den KundenFür den Verkäufer
Die Möglichkeit, ein beliebtes Produkt zu reservieren, ohne das Risiko, es zu verpassenAufrechterhaltung der Verkäufe auch bei vorübergehendem Produktmangel
Sicherung des Produkts und des Preises, ohne nach Alternativen suchen zu müssenVerbessertes Nachfrageprognose durch tatsächliche Bestellungen
Optimiertes Bestandsmanagement und reduzierte Lagerkosten

Nachteile von Vorbestellungen:

Für den KundenFür den Verkäufer
Längere LieferzeitenErhöhte Komplexität der operativen und Lagerprozesse
Risiko von Preisänderungen oder AuftragsstornierungenHöhere Belastung für das Kundenservice-Team
Nicht geeignet für dringende KäufeRisiko von Reputationsschäden durch Lieferverzögerungen
Gebundene finanzielle Mittel über einen längeren ZeitraumNotwendigkeit einer präziseren Überwachung der Lieferkette
Risiko von Kundenzufriedenheitsverlust bei Verzögerungen

💡 FAZIT:

Eine Vorbestellung wirkt sich nur unter einer entscheidenden Voraussetzung positiv auf Unternehmen und Kunden aus: klare Erwartungssteuerung. Wenn Lieferzeiten transparent und kontrollierbar sind, hilft dieser Ansatz, Verkäufe zu sichern und das Vertrauen der Kunden zu erhalten. Andernfalls kann er schädlicher sein als der Status „Nicht vorrätig“.


6. Wann ist es besser, den Status „Nicht vorrätig“ statt einer Vorbestellung zu wählen?

Eine Vorbestellung ist ein wirksames Instrument zur Bewältigung vorübergehender Engpässe, sollte jedoch überlegt eingesetzt werden, indem Produkte und Situationen ausgewählt werden, bei denen das Warten für den Kunden wirklich gerechtfertigt ist.

Vorbestellungen funktionieren wahrscheinlich nicht für Produkte in stark umkämpften Nischen mit vielen Alternativen. Können Kunden leicht einen Ersatz finden, werden sie nicht warten – Backorders halten sie nicht und erfüllen nicht ihren Hauptzweck. Verkaufen Sie hingegen spezialisierte Produkte, die schwer anderswo erhältlich sind, warten Kunden eher, anstatt nach Alternativen zu suchen.

Ähnlich funktioniert dieser Ansatz nicht, wenn versprochene Lieferzeiten nicht eingehalten werden. Stellen Sie sich vor, ein Kunde tätigt eine Vorbestellung und erwartet die Lieferung innerhalb einer Woche, doch das Produkt verzögert sich um einen Monat. Unzufriedenheit ist vorprogrammiert und Ihre Reputation leidet. Können Sie den Nachlieferzeitpunkt nicht zuverlässig einschätzen, ist es ehrlicher, das Produkt als „Nicht vorrätig“ zu kennzeichnen.

💡 FAZIT:

Vorbestellungen sind effektiv für Nischen- und Spezialprodukte – und nur dann, wenn Engpässe beherrschbar sind und Lieferzeiten klar kommuniziert werden. Ist die Unsicherheit hoch, die Nachfrage impulsiv und die Prozesse nicht gut organisiert, verliert dieses Instrument seinen Wert und kann dem Unternehmen mehr Schaden als Nutzen bringen.


7. Wie man Vorbestellungen verwaltet, um Kundenverluste zu minimieren?

Bei falscher Handhabung können Vorbestellungen schnell zu Kundenzufriedenheitseinbußen und operativen Problemen führen. Um Beschwerden und Stornierungen zu vermeiden, ist es entscheidend, während der gesamten Wartezeit eine transparente Kommunikation mit dem Kunden sicherzustellen:

  • Weisen Sie auf der Website deutlich darauf hin, welche Produkte nicht vorrätig oder nur als Vorbestellung verfügbar sind. Kunden sollten die Situation bereits vor der Bestellung verstehen und nicht erst nachträglich von Verzögerungen erfahren.
  • Geben Sie die voraussichtlichen Lieferzeiten direkt auf der Produktseite und in der Bestellbestätigung an. Verwenden Sie konkrete und klare Formulierungen – zum Beispiel „Versand in 7–10 Tagen“ statt „bald verfügbar“. Dies reduziert die Unsicherheit und hilft den Kunden, informierte Entscheidungen zu treffen.
  • Richten Sie einen automatisierten E-Mail-Workflow für Kunden mit ausstehenden Bestellungen ein. Regelmäßige Updates zum Bestellstatus, Erinnerungen und Bestätigungen jeder Erfüllungsstufe reduzieren Supportanfragen und erhöhen das Vertrauen der Kunden in den Verkäufer.
  • Informieren Sie den Kunden kontinuierlich über den Fortschritt der Bestellung und kommunizieren Sie die Änderungen der Lieferzeiten ehrlich. Selbst negative Nachrichten, die zeitnah übermittelt werden, werden besser aufgenommen als Schweigen. Transparenz und proaktive Kommunikation tragen dazu bei, die Kundentreue auch bei Verzögerungen zu erhalten.
  • Nutzen Sie Cross-Docking. Dabei werden Produkte direkt vom Lieferanten an die Kundenbestellungen weitergeleitet, ohne im Lager zwischengelagert zu werden. Dies verkürzt die Erfüllungszeiten von Vorbestellungen und beschleunigt die Lieferung an den Kunden.

💡 FAZIT:

Die effektive Verwaltung von Vorbestellungen basiert auf Transparenz, Kontrolle der Lieferzeiten und disziplinierter Prozessführung. Nur mit diesem Ansatz werden Backorders zu einem kontrollierbaren Instrument und nicht zu einer Quelle von Reputations- und finanziellen Verlusten.


8. Wie man Produktengpässe und ihre Auswirkungen auf das Unternehmen minimiert: 5 effektive Strategien

Zu wissen, wie und wann Vorbestellungen genutzt werden, ist nur ein Teil der Lösung. Ebenso wichtig ist es, Prozesse einzuführen, die die Wahrscheinlichkeit von Engpässen von vornherein verringern. Dazu gehören systematisches Bestandsmanagement, Nachfrageprognosen und die Überwachung der Lieferkette, sodass Unternehmen proaktiv statt reaktiv handeln können.

8.1 Sicherheitsbestand aufrechterhalten

Der Sicherheitsbestand dient als Puffer, der Ihr Unternehmen vor plötzlichen Nachfragespitzen und Lieferverzögerungen schützt. Die angemessene Höhe sollte für jedes Produkt individuell berechnet werden, unter Berücksichtigung von Umschlagshäufigkeit, Saisonalität und Zuverlässigkeit des Lieferanten. Überprüfen Sie die Sicherheitsbestände regelmäßig, insbesondere in Wachstumsphasen oder bei Nachfrageänderungen.

8.2 Bestellpunkte festlegen

Ein Bestellpunkt ist der konkrete Lagerbestand, bei dessen Erreichen eine neue Bestellung beim Lieferanten aufgegeben werden sollte, noch bevor der Vorrat erschöpft ist. Bei der Berechnung sollten nicht nur die aktuellen Verkäufe, sondern auch die Lieferzeit des Lieferanten berücksichtigt werden. Beispiel: Liegt die Lieferzeit bei 14 Tagen, sollte der Lagerbestand mindestens die durchschnittliche Nachfrage für diesen Zeitraum abdecken und zusätzlich Sicherheitsbestand für Nachfragespitzen oder Verzögerungen enthalten. Ohne diese Maßnahme besteht das Risiko, dass Produkte „nicht vorrätig“ werden, bevor die nächste Lieferung eintrifft.

8.3 Lieferanten diversifizieren

Die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten macht ein Unternehmen verletzlich. Es ist wichtig, zuverlässige Ersatzlieferanten zu haben, die im Bedarfsfall schnell einspringen können. Ein weiterer Vorteil der Diversifizierung ist Flexibilität: Verschiedene Lieferanten können unterschiedliche Produktionszeiten, Mindestbestellmengen, geografische Standorte und Lieferbedingungen haben. Dies ermöglicht es, schneller auf Nachfragespitzen zu reagieren, die Logistik zu optimieren und das Risiko eines vollständigen Ausverkaufs insbesondere in Zeiten von Marktschwankungen zu reduzieren.

8.4 Automatisierung einführen

Ohne Automatisierung wird das Bestandsmanagement schnell durch menschliche Fehler begrenzt. WMS- und ERP-Systeme mit Echtzeitdaten ermöglichen es Unternehmen:

  • Bestandsmengen und Reservierungen verfolgen
  • Nachbestellprozesse automatisch auslösen
  • Lieferzeiten der Lieferanten überwachen
  • Engpassrisiken erkennen, bevor der Lagerbestand erschöpft ist

Automatisierung ist besonders wichtig, wenn mehrere Lager, Marktplätze und Vertriebskanäle verwaltet werden müssen, da manuelle Kontrolle hier ineffizient und riskant wird.

8.5 Zusammenarbeit mit 3PL-Anbietern in Betracht ziehen

Moderne 3PL-Anbieter bieten eine verteilte Infrastruktur, Flexibilität sowie automatisiertes Bestands- und Auftragsmanagement. Sie helfen Unternehmen, das Risiko von Produktengpässen deutlich zu reduzieren und die Auswirkungen von Vorbestellungen abzumildern.

Fulfillment-Box ist ein Netzwerk von Fulfillment- und Prep-Zentren in Europa und den USA, das eCommerce-Unternehmen und Marktplatzverkäufern dabei hilft, Bestände und Aufträge zu verwalten, ohne dass operative Überlastung entsteht.

Wir bieten:

  • Lager an strategischen Standorten in Europa und den USA
  • Transparente Bestands- und Auftragsverwaltung über das WMS Ysell.pro
  • Skalierbarkeit in Spitzenzeiten
  • Expertise in der Optimierung von Lieferketten

Langfristig stärkt die Zusammenarbeit mit einem 3PL-Anbieter die Resilienz des Unternehmens gegenüber Störungen und Marktschwankungen.

💡 SCHLUSSGEDANKEN:

Der Unterschied zwischen Vorbestellung und dem Status „nicht vorrätig“ mag gering erscheinen, hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf Ihr Geschäft. Vorbestellungen ermöglichen es, Verkäufe und Kunden auch bei vorübergehenden Engpässen zu sichern, erfordern jedoch hervorragende Kommunikation und operative Disziplin. Der Status „nicht vorrätig“ bedeutet einen vollständigen Verkaufsstopp, der potenzielle Käufer zu Konkurrenten treibt.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht darin, zwischen diesen beiden Optionen zu wählen, sondern ein Bestandsmanagement-System aufzubauen, das die Notwendigkeit für beide minimiert. Je besser Sie Ihre Lagerbestände und Kundenerwartungen steuern, desto seltener werden Sie vor diese Entscheidung gestellt.

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Julia Gordon

AutorJulia Gordon

Leiterin des Fulfillment-Box Prep Center Netzwerks

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